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Der SVT 18.16 aus Görlitz
“KARLEX”, “KAROLA”; “VINDOBONA”, “BERLINAREN”, “NEPTUN”, “HUNGARIA” - lang ist die Liste und klangvoll sind die Namen der internationalen Reisezüge, welche die Deutsche Reichsbahn mit Flaggschiff SVT 18.16 gefahren ist.
Mitte der fünfziger Jahre verfügte die DR über 20 Schnelltriebwagen der unterschiedlichsten Bauarten. Neben der Typenvielfalt waren das Alter der Fahrzeuge und das geringe Platz- angebot ein Problem. Aus diesem Grund wurde die Entwicklung eines neuen Dieseltrieb- zuges für den Schnellzugdienst beim VEB Waggonbau Görlitz in Auftrag gegeben. Der VEB Waggonbau Görlitz ist Nachfolger der WUMAG, dem Hersteller des “Fliegenden Hamburgers” und der SVT´s der “Bauart Hamburg”. Neben einer Verbesserung in Sachen Reisekomfort und Platzangebot waren die internationale Einsatzfähigkeit, eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und die Möglichkeit zum Austausch aller wichtigen Baugruppen mit den Neubaudieselloks (V100 und V180) Kernforderungen an den Hersteller. Anfang 1963 war der erste neue Triebzug fertig und erhielt die Bezeichnung VT 18.16.01, was übersetzt Verbrennungstriebwagen.1800 PS.160 km/h.laufende Nummer 01 bedeutete.
Insgesamt lieferte der VEB Waggonbau Görlitz 16 Treibköpfe und 20 Mittelwagen an die Deutsche Reichsbahn. Ab Sommer 1964 begann der Einsatz der formschönen Züge im inter- nationalen Verkehr. Von Berlin aus fuhren die Züge nach Wien, Kopenhagen, Prag, Budapest, Karlovy Vary und Malmö. Bekannt und sehr beliebt war auch die Zwischenleistung Leipzig - Gera - Plauen unterer Bahnhof - Karlovy Vary. Ende der siebziger Jahre reichte das Platzangebot selbst bei sechsteiligen Zügen nicht mehr aus und die internationalen Züge werden auf lokbespannte Wagenzüge umgestellt. Mit dem Fahrplanwechsel im September 1981 endete der internationale Planeinsatz. Bis 1985 fuhren die Züge noch ein Zugpaar Berlin - Bautzen. Danach gab es nur noch Einsätze als Reisebürosonderzüge und als Messezug zwischen Westberlin und Leipzig. Mit der Einführung der EDV-Nummern bei der DR wurden die Triebzüge als BR 175 geführt. Mit Übernahme in das Schema der Bundesbahn erfolgte die Umzeichnung in BR 675 / 975 (Mittelwagen).
Herausragende Ereignisse:
> 30.10.1972: 175 003 / 175 004 verunglücken in Schweinsburg-Culten
> 29.08.1981: 175 007 und 175 307 brennen bei Jüterbog aus
> 1985: der Triebzug 175 005/175 006 wird als rollender Jugendklub umgebaut
> 13.04.1995: ein Triebzug mit den beiden TK 675 014 und 675 019 wurde im AW Witten- berge überholt und Hauptuntersucht. Verwirrend war die Bezeichnung der Triebköpfe: aus 675 014 wurde VT 18.16.07 und aus 675 019 wurde VT 18.16.10 - also je ein TK vom 7. und 10. Triebzug. Im Jahr 2003 wurde der Triebzug wegen Ablauf der Untersuchungsfristen abgestellt! Das keine neue HU durchgeführt wurde ist den Tatsachen geschuldet, dass es ein Fahrzeug aus dem Osten ist und das DB-Museum Geld für ihr Millionenprojekt ( ... und Millionengrab!) “Neuaufbau BR 601” brauchte.
Die wichtigsten technischen Daten:
Höchstgeschwindigkeit: 160 km / h
Länge über Kupplung / Gewicht: 98,14 Meter / 214,4 t (vierteilig)
121,66 Meter / 255,2 t (fünfteilig)
145,18 Meter / 296,0 t (sechsteilig)
Sitzplätze: 1. Klasse: 36 (4-teilig) bzw. 54 (6-teilig),
2. Klasse 104 (4-teilig), 176 (5-teilig), 248 (6-teilig)
Leistung: 1324 kW (~ 1800 PS)
1471 kW (~ 2000 PS) ab VT 18.16.03
Bremsbauart: KE
Klotzbremsen mit Magnetschienenbremse
> Vielfachsteuerung für max. zwei Einheiten
> Mittelpufferkupplung der Bauart Scharfenberg
175 005    
175 005   
175 014  
175 015   
175 016 
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